1,2 Millionen Menschen von Altersarmut bedroht

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Die Zahl der über 75jährigen, die 2019 von Altersarmut bedroht waren, lag bei über 1,2 Millionen Menschen. 2009 waren es noch gerade mal 541.000 Menschen, die armutsgefährdet waren.

Doch was bedeutet „armutsgefährdet“ eigentlich? Als armutsgefährdet gelten alle, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens besitzen. 2019 traf das auf die Deutschen mit einem Jahreseinkommen von 14.109 Euro oder weniger zu. Insgesamt aber spricht man von Altersarmut, wenn Rentner ihre Kosten nicht mehr allein durch ihr Einkommen decken können. Sprich: meist ein Leben lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt, um dann im Alter auf Almosen vom Staat angewiesen zu sein.

Wir alle haben schon ältere Menschen in Mülleimern nach Pfandflaschen wühlen sehen. Die Altersarmut liegt zwar im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zurzeit vergleichsweise niedrig, doch zahlreiche Experten prognostizieren, dass der Anteil der armutsgefährdeten Senioren stark zunehmen wird. Wo liegen die Gründe?

Die sind zum Teil recht mannigfaltig. Der demographische Wandel ist ein Grund. Jeder, der aktuell in die Rentenkasse einzahlt, investiert nicht in sich selbst, sondern finanziert die derzeitigen Senioren. Wieviel diese oder ob überhaupt diese in eine Rentenkasse eingezahlt haben, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Sollten die derzeit Berufstätigen in einigen Jahren das Rentenalter erreichen, werden diese wiederum von der jüngeren (einzahlenden) Generation finanziert. Die demographische Entwicklung in Deutschland sorgt allerdings dafür, dass immer weniger Erwerbstätige auf einen Rentner kommen. Beispielweise kamen 2015 nur noch 2,1 Erwerbstätige auf einen Rentner. Tendenz fallend!

Ein sinkendes Rentenniveau auf Grund dieses demographischen Wandels ist der nächste Punkt. Ein Arbeitnehmer muss zur Zeit 45 Jahre in die gesetzliche Kasse eingezahlt haben, um circa die Hälfte des vorherigen Nettoeinkommens zu erhalten. Man geht davon aus, dass Menschen, die 2030 ins Rentenalter eintreten, nur noch 43 Prozent ihres Nettoeinkommens in Form einer Rente erhalten werden. Wer also in den vergangenen Jahren ein Durchschnittseinkommen von 1500 Euro erzielt hatte, erhält im Alter eine “stattliche” Rente von 750 Euro. Wie lange das Geld dann reicht, kann sich jeder selbst denken. Das Flaschenpfand lässt grüßen!

Wie man sieht, sind die Zukunftsaussichten, was die Rente angeht, nicht gerade rosig. Indem man schon frühzeitig in eine Immobilie investiert und weitgehend schuldenfrei altert, hat man schon mal grob für sich selbst Vorsorge getragen. Wer es sich leisten kann, sollte mit einer privaten Altersvorsorge oder auch, wenn möglich, mit einer betrieblichen Rente, vorsorgen.

Niedrige Zinsen sind ein weiterer Punkt, welche die Lage verschärfen.Es schaffen nur wenige Arbeitnehmer, Geld zur Seite zu schaffen oder in private Altersvorsorge zu investieren, wo mit historisch niedrigen Zinsen gerechnet werden muss.Wie schützen wir uns vor Altersarmut? Sollte kurz vor Erreichen des Rentenalters der Flaschenpfand abgeschafft werden,schützt uns die sogenannte Grundsicherung vor völliger Verarmung. Menschen ab einem Alter von 65 bis 67 scheiden üblicherweise aus dem Berufsleben aus. Einige in der Regel, je nach Beruf, schon viel früher, und können altersbedingt keiner Arbeit mehr nachgehen. Mithilfe der Grundsicherung werden Lebensmittel, Unterkunft und zum Beispiel Kleidung finanziert. Würdevolles Altern sieht anders aus. Im Jahre 2014 erhielten insgesamt 1.002.547 Personen Grundsicherung. Im Dezember 2019 schon 1.085.00.

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